Schülervertretung

1. Vorbemerkung

Die Welt retten!“ „Mitbestimmung!“ „Sein Leben selbst in die Hand nehmen!“ „Demokratie leben!“ „Für Schülerrechte einstehen!“ „Lebendiges Lernen!“ „Schule angenehm machen!“ „Selbstbestimmung!“ „Gegen Willkür kämpfen!“ „Politik machen!“ „Besseres Lernen ermöglichen!“ „Auch mal den Lehrern sagen, wo’s langgeht!“ „Spaß!“ „Viele Leute kennenlernen!“ „Gemeinsam Schule verändern!“

Dies sind einige Schlagwörter, die mit der Institution Schülervertretung (SV) verbunden sind. Doch was genau ist eigentlich diese SV, welche Aufgaben und Rechte hat sie, wie nimmt man zu ihr Kontakt auf? Im Folgenden sollen diese Fragen (und noch mehr) erläutert werden.

Nach dem niedersächsischen Schulgesetz (NSchG) haben die Schülerinnen und Schüler (sowie die Erziehungsberechtigten) eine Reihe von Mitwirkungsrechten:

Die Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler erfolgt auf Klassenebene durch die Klassenschülerschaft (§ 73 NSchG) sowie durch die gewählten Klassensprecherinnen und Klassensprecher, auf Schulebene durch den Schülerrat (§ 74 NSchG) sowie durch Schülersprecherinnen und Schülersprecher. Die Mitwirkungsrechte der Erziehungsberechtigten werden auf Klassenebene durch die Klassenelternschaft (§ 89 NSchG) und auf Schulebene durch den Schulelternrat (§ 90 NSchG) wahrgenommen.

Von den Schüler- und Elternvertretungen können alle schulischen Fragen erörtert werden. Sie sind zudem von der Schulleitung, dem Schulvorstand oder der zuständigen Konferenz vor grundsätzlichen Entscheidungen, vor allem über die Organisation der Schule und die Leistungsbewertung, zu hören. Schulleitungen und Lehrkräfte haben den Schüler- und Elternvertretungen die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben erforderlichen Auskünfte zu erteilen (§§ 80 bzw. 96 NSchG).

Die Mitwirkung der Schüler- und Elternvertretungen begründet allerdings kein Recht auf Mitbestimmung, sondern beschränkt sich auf die Wahrnehmung von Erörterungs-, Anhörungs- und Informationsrechten. In die Entscheidungsprozesse der Schule sind die Schülerinnen und Schüler sowie die Erziehungsberechtigten durch ihre für den Schulvorstand und die Konferenzen gewählten Vertreterinnen und Vertreter eingebunden.

Die Schüler- und Elternvertretungen sind in ihrer Arbeit unabhängig. Die Schule ist verpflichtet, die Schüler- und Elternvertretungen so weit wie möglich zu unterstützen.“ 1

 

2. Wer ist eigentlich Schülervertreter am LeG?

Rechtlich gesehen: Als Schülervertreter gilt, wer in ein Amt der Schülervertretung gewählt wurde. Sei es Klassensprecher, Schulsprecher oder ein Amt in einer Schülervertretung, die mehrere Schulen vertritt. Diese Schülervertreter sind es, die jene Pflichten und Rechte haben, die in den Gesetzen und Verordnungen verankert sind – also zum Beispiel die Pflicht zur Teilnahme an Sitzungen oder das Recht auf Nicht-Diskriminierung durch die Amtsausübung oder das Recht auf Treffen während der Schulzeit.

Die gewählten Schülervertreter sind aber nur ein Teil der Schülerschaft. Über diese hinaus kann sich jeder an seiner Schule für sich und andere Schüler einsetzen, seine Meinung vertreten oder Projekte umsetzen, um die Schule zu verändern. Es ist eine legitime Entscheidung, sich nur zeitweise oder zu einem bestimmten Thema zu engagieren und nicht unbedingt bei jeder Sitzung der Schülervertretung dabei sein zu wollen. Je mehr Leute sich einbringen, desto mehr kann man auch erreichen. Plötzlich können viele Projekte gleichzeitig laufen und viel mehr Ideen sind da. Auch die nicht gewählten Engagierten gehören also dazu, wenn eine Schülerschaft tatsächlich etwas erreichen will.

 

3. Wie ist unsere Schülervertretung aufgebaut?

Erst einmal gilt prinzipiell, dass es

  • Klassen- bzw. Stufensprecher (Jahrgänge 11 und 12) gibt, also Schülervertreter, die eine abgegrenzte Gruppe von Schülern vertreten, von denen sie gewählt wurden. Sie werden im Folgenden unter dem Sammelbegriff „Klassensprecher“ zusammengefasst. In der Regel gibt es eine(n) Klassensprecher(in) und deren Vertreter(in);

  • ein Gremium gibt, in dem alle Klassen- und Stufensprecher zusammenkommen und gemeinsame Entscheidungen für die „Schulschülervertretung“ treffen. Dies ist der Gesamtschülerrat (GSR), nicht zu verwechseln mit einer Vollversammlung (dafür müssten wir ca 1050 Schüler im Konferenzraum unterbringen…). Der GSR tagt in der Regel mindestens einmal pro Schulhalbjahr.

  • eine Gruppe von Schülervertretern gibt, die die gesamte Schülerschaft vertreten. Am LeG ist dies das „SV-Team“. Der GSR wählt diese Vertreter, wobei dessen Teammitglieder sowohl aus der Mitte des GSR als auch ohne jedes Amt aus der Schülerschaft kommen können. Wer also aktiv unser Schulleben mitgestalten möchte, kann SV-Teammitglied werden, indem er/sie sich einfach beim amtierenden SV-Team vorstellt und ein paar Sitzungen „hineinschnuppert“ und sich dann bei der nächsten GSR-Sitzung zur Wahl stellt.

  • auch am LeG Kreisschülerratsmitglieder (für den Landkreis Uelzen) gibt, die für zwei Jahr gewählt werden.

Die Vertreter der landesweiten Schülervertretung werden dann in der Regel von der überregionalen Schülervertretung gewählt. Allerdings gibt es auch hier oft die Möglichkeit, sich zur Wahl zu stellen, wenn man nicht Mitglied der regionalen Schülervertretung ist.

Am LeG ist Herr Holmes SV-Beraterlehrer.

 

4. Welche Aufgabenfelder hat die SV?

a. Direkte Beratung und Unterstützung von Schülern

Damit ist gemeint, dass Schülervertreter für die Schüler, die sie vertreten, ansprechbar sein und ihnen bei Problemen Hilfe und Unterstützung geben sollten. Dazu gehört auch eine „Anwaltsfunktion“, wenn Schüler sich ungerecht behandelt fühlen. Dieses Arbeitsfeld ist außerdem hilfreich, wenn es darum geht, den anderen Schülern verständlich zu machen, dass gute Schülervertretung für sie wichtig ist.

b. Vertretung der Schüler gegenüber Lehrern, Eltern und anderen

Das SV-Team bilden die Sprecher der Schülerschaft, die es vertritt. Das bedeutet, dass es deren Aufgabe ist, die Meinung der Schülerschaft gegenüber anderen zu äußern und zu vertreten.

Außerhalb der Schule gibt es auch diverse Personen und Organisationen, denen gegenüber eine Interessenvertretung sinnvoll und sogar notwendig sein kann – vom Schulamt über die Presse bis hin zur Bäckerei neben der Schule.

c. Gremienarbeit

In der Schule gibt es Gremien, deren Mitglieder jeweils nur Schüler, Eltern oder Lehrer sind (in denen aber auch meist Vertreter aus den anderen Gruppen als Gäste eingeladen werden, um den Informationsaustausch zu sichern), und Gremien, in die alle Gruppen Mitglieder entsenden. In all diesen Gremien werden insgesamt die Entscheidungen der Schule getroffen. Eine gute Schülervertretung schafft es, sich hier überall bestmöglich einzubringen. So gibt es für jede Fachschaft, für die Gesamtkonferenz und für den Schulvorstand Schülervertreter, die wiederum über das SV-Team miteinander vernetzt sind.

Unser Schulleiter Herr Kablau trifft sich regelmäßig mit dem SV-Team, um sich über aktuelle Themen der Schülerschaft oder laufende bzw. anvisierte Projekte zu informieren. Zudem dienen diese Gespräche der Absprache hinsichtlich der Umsetzbarkeit von Ideen, die aus der Schülerschaft kommen.

d. Projektarbeit

In Gremien trifft man Entscheidungen. Mit Entscheidungen allein lässt sich aber nur wenig ändern. Anders ist es mit Projekten – ob nun eine Party, eine Schulhofumgestaltung oder ein Schülerrechte-Einführungstag für die neuen Klassensprecher: Projekte erzielen konkrete Ergebnisse. Dazu hat unsere SV in letzter Zeit beispielsweise den Verkauf von LeG-Schulkleidung übernommen, Flüchtlingen durch Spendenorganisation und Spieleangebote Hilfestellung gegeben, einen „Umwelttag“ organisiert u.v.m. Regelmäßig führt zu Schuljahresbeginn das SV-Team die eben genannten Klassensprecherseminare statt.

e. Vernetzung

Eine Schülervertretung sollte nicht nur in ihrem eigenen Saft schmoren. Sie sollte sich mit anderen Schülervertretungen oder ähnlichen Gruppen austauschen. So kann sie einerseits mehr erreichen, weil gemeinsame Aktionen mehrerer Schulen oder Organisationen größer und wirkungsvoller sein können. Andererseits kann die SV von einem Austausch lernen. Was an anderen Schulen gut läuft, kann man übernehmen. Was an der eigenen Schule gut läuft, kann man anderen weitererzählen. Für Probleme, die es an mehreren Schulen gibt, können SVen gemeinsam Lösungen finden, auf die eine einzelne SV nicht gekommen wäre. So besteht beispielsweise ein konstanter Kontakt mit der SV des Herzog-Ernst-Gymnasiums.

 

5. Wie kann man das SV-Team am besten erreichen?

Zuerst einmal: Klassensprecher ansprechen! Die sind erste Ansprechpartner der Schülerschaft.

Oder direkt an das SV-Team wenden! Dieses berät sich immer montags in der Mittagspause (13:00 – 13:40 Uhr) im SV-Büro (neben der Bühne in der Pausenhalle. Dort kann jeder hinkommen und seine Sorgen, Anfragen, Ideen oder Vorschläge vorstellen.

Oder per snail-mail: Neben der Bürotür hängt ein Briefkasten, in den Nachrichten an das SV-Team geworfen werden können.

Oder eine email an legsv@leg-uelzen.de schreiben.


1 Quelle: https://www.landesschulbehoerde-niedersachsen.de/themen/schulorganisation/schulverfassung/mitwirkung-der-schueler-und-elternvertretungen-in-der-schule